SO WIRD DEIN ESSVERHALTEN BEEINFLUSST

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Regel Nummer #3: Bestimme selbst, was und wie viel du isst

Dein ganzes Leben wirst du von äußeren Umständen beeinflusst, bewusst und unbewusst, gewollt und ungewollt.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie beispielsweise dein Klamottenstil entstanden ist? Wahrscheinlich durch eine Mischung deiner eigenen Vorlieben, durch die Einflüsse deines Umfelds und natürlich der Werbung bzw. den Medien.

Genauso sieht es mit deinem Essverhalten aus. Natürlich trägst du zum Teil auch bewusst dazu bei, doch ein Großteil passiert auch ganz unbewusst und fremdgesteuert.

Du triffst Entscheidungen, weil die äußeren Umstände dich dazu verleiten. Diesen Umständen bist du dir jedoch meist gar nicht bewusst, bis du gezielt darauf achtest.

Genau deswegen möchte ich dir einige dieser äußeren Einflussfaktoren auflisten. Du wirst viele davon nicht ändern können. Es liegt teilweise nicht in deiner Hand. Dennoch hilft es dir, diese Faktoren zu kennen. So bist du in der Lage, bewusst zu entscheiden, ob du wirklich so handeln willst oder nicht.

Erkennst du die Einflussfaktoren nicht, so fällst du in der Regel auf die Masche herein und dein Essverhalten wird beeinflusst. In einzelnen Punkten wirst du sogar ganz bewusst manipuliert. Es gibt genug kluge Köpfe da draußen, die für Konzerne arbeiten und ganz bewusst Strategien entwickelt, um uns durch Psychotricks dazu zu bringen, mehr zu essen.

Doch hast du die Tricks einmal identifiziert, kannst du sie geschickt umgehen.

 

Die Portionsgröße

Viele Fast-Food-Restaurants vergrößern ständig ihre Portionen und eifern dem amerikanischen Vorbild nach. Was vor 10 Jahren noch als die Riesenportion Pommes galt, ist heute vielleicht nur noch eine mittlere Portion.

Doch wieso klappt dieser Trend mit den XXL-Portionen eigentlich? Schneiden sich die Fast-Food-Ketten nicht ins eigene Fleisch, wenn sie Unmengen an Essen für verhältnismäßig wenig Geld verkaufen?

Ganz und gar nicht! Essen ist überlebenswichtig, und das weiß unser Unterbewusstsein ganz genau. Haben wir mal kein Essen oder nur wenig, reagieren wir oft gereizt und gestresst.

Große Essensmengen lösen genau das Gegenteil aus. Wir fühlen uns sicher, da wir unterbewusst wissen, dass unser Überleben gesichert ist, da wir nicht verhungern müssen. An dieser Stelle einen lieben Gruß an die Hirnareale, die noch immer auf Steinzeit gepolt sind.

Deshalb fühlen wir uns gelassen und glücklich in Gegenwart von XXL-Portionen. Langfristig sorgt dieses Gefühl dafür, dass wir sehr bald wieder Gast in diesem Fast-Food-Restaurant sind. So können die Filialen langfristig trotz der Riesenportionen für kleines Geld Gewinn machen.

Lass dich also nicht von der Portionsbezeichnung austricksen, sondern urteile nach der tatsächlichen Menge! Hör auf zu essen, wenn du satt bist – auch, wenn du nicht einmal die kleine Portion schaffst!

Auch in gehobeneren Restaurants (damit ist nicht die Haute Cuisine gemeint, die Miniportionen serviert) werden in der Regel auch große Portionen serviert. Lass dich nicht dazu verleiten, alles aufessen zu müssen! Wenn du satt bist, dann bist zu satt, egal, wie viel noch auf dem Teller liegen bleibt.

 

Größe und Form der Behältnisse

Wenn du zu Hause kochst, solltest du das Essen auf einem kleinen Teller anrichten und eine kleine Gabel benutzen. Warum? Weil das Auge mitisst!

 

Ein kleiner Teller ist viel schneller voll als ein großer. Die Portion scheint größer zu sein und dein Verlangen nach Essen ist schneller befriedigt. Durch die kleine Gabel isst du langsamer, weil weniger auf die Gabel passt.

Auch bei Trinkflaschen wird die Geschwindigkeit des Trinkens durch die Form bestimmt. Hat die Flasche eine große Öffnung, so trinkst du im Schnitt viel mehr und schneller.

 

Kleiner Tipp: Falls du zu wenig trinken solltest (ideale Trinkmenge ca. 2 Liter am Tag, möglichst nur Wasser) dann kaufe dir eine Flasche mit einem breiten Flaschenhals und einer großen Öffnung, die du immer wieder auffüllen kannst.

Schön, wie leicht wir uns selbst austricksen können, oder?

 

Die Vielfalt:

Je größer das Essensangebot und die Vielfalt ist, desto mehr isst du. Ganz gefährlich ist das Buffet!

Vereinfacht dargestellt zeigt eine Studie signifikante Ergebnisse zu Vielfalt. Die Probanden aßen 43% mehr M&Ms, wenn die Schokolinsen mehrfarbig statt einfarbig waren.

Natürlich kannst du die Vielfalt der Produkte nicht beeinflussen, aber habe im Hinterkopf, das eine große Vielfalt die Essensbereitschaft steigert.

Denke vor allem dann daran, wenn du im Supermarkt vor dem riesigen Einkaufsregal stehst und am liebsten alles einpacken würdest. Wenn es dir schwer fällt dich, in dieser Situation zu kontrollieren, schreibe einen Einkaufszettel und kaufe nur die aufgelisteten Sachen ganz gezielt ein.

 

Ablenkung

Essen ist eine tolle Beschäftigung! Aber kaum jemandem reicht das Essen allein. Meist wird nebenbei am Handy gespielt, es wird Fernsehen geschaut oder Musik gehört.

Doch wenn du beim Essen Musik hörst oder Fernsehen schaust, dann isst du mehr!

Du nimmst die tatsächlich gegessene Menge nämlich viel weniger wahr! Dies gilt auch für ruhige Hintergrundmusik in Restaurants und wird hier sogar ganz bewusst eingesetzt.

Du solltest ganz bewusst essen. Vor allem dann, wenn dein Hunger- und Sättigungsgefühl unten zu viele Diäten und Fastenkuren bereits gelitten hat und du deine Essensmengen in erster Linie mit dem Kopf steuern musst.

 

Gesellschaftliches Essen

Obwohl ich ein großer Freund des gemeinsamen Essens bin, ist es Fakt, dass man in Gesellschaft mehr isst. Im Schnitt fallen die Portionen bis zu 40% größer aus!

Erklärungsansätze sind zum einen die Ablenkung und außerdem die längere Dauer des Essens.

Das sollte jedoch kein Grund sein, sich zum Essen ins einsame Kämmerchen zu verkriechen!

Sei dir einfach dessen bewusst und achte bei nächsten Mal auf die Größe der Portion und hole dir keinen Nachschlag, nur weil das Essen länger dauert, da ihr euch mal wieder verquatscht habt.

 

Erreichbarkeit/Bequemlichkeit

Steht etwas unmittelbar in deiner Nähe, so greifst du viel öfter zu.

Das gilt natürlich auch für deine Essensvorräte. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass du isst, was du zu Hause in deinem Kühlschrank hast. Es ist schließlich kein großer Aufwand, diesen zu öffnen und Essen herauszuholen.

Müsstest du jedoch erstmal in den Supermarkt fahren, um deinen Lieblingsjoghurt zu kaufen, würde die Wahrscheinlichkeit, dass du den Joghurt isst, rasant sinken.

Denke also immer zweimal nach, was du dir kaufst, denn früher ohne später landet es in deinem Magen.

Doch wie geht man nun mit den Pralinen um, die man von der Arbeitskollegin geschenkt bekommen hat? Schließlich sind diese – gewollt oder nicht – nun in deiner Wohnung!

Wenn du zu dem Typ Mensch gehörst (so wie ich), der die Pralinen aufisst, sobald diese die Haustür betreten, habe ich einen ganz wertvollen Typ für dich.

Stelle sie niemals in greifbare Nähe!

Hier gilt das gleiche Prinzip wie beim Joghurt. Was leicht erreichbar ist, wird schnell gegessen. Erhöhe also den Aufwand, um an die Pralinen zu kommen.

Lege die Schachtel beispielsweise in die unterste Schublade deines Schreibtisches, an dem du ohnehin selten sitzt. Und sollte dich die Lust auf Schokolade überfallen, dann erlaube dir immer nur, eine einzelne Praline zu essen.

So umgehst du die vernichtenden Fressattacken beim Fernsehen, wenn die Schachtel auf dem Wohnzimmertisch steht.

 

Gehe bewusst und aufmerksam durchs Leben

Diese und weitere Einflüsse werden dir ziemlich häufig im Alltag begegnen, sei es durch eine bestimmte Platzierung der Lebensmittel im Supermarkt (möglichst bequem greifbar) oder durch Hintergrundmusik im Restaurant, die dich mehr essen lässt.

Verhindern kannst du das nicht, doch solange du bewusst darauf achtest, dass du wirklich nur so viel isst, bis du satt bist, kann dir im Alltag eigentlich nichts passieren!

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