ESSEN AUS LANGEWEILE: WAS DU DAGEGEN TUN KANNST - bastienne-neumann.de

ESSEN AUS LANGEWEILE: WAS DU DAGEGEN TUN KANNST

Essen aus Langeweile ist ein weitverbreitetes Phänomen. Doch warum langweilen wir uns überhaupt und weshalb bringt es uns dazu mehr zu essen? Ich verrate dir die unterschiedlichen Formen der Langeweile und gebe dir zwei hilfreiche Lösungsstrategien, damit du dir in Zukunft den ein oder anderen Gang zum Kühlschrank sparen kannst.

 

VIELE KENNEN ES: ESSEN AUS LANGEWEILE

Du kennst solche Tage sicher auch: Eigentlich hast du dir richtig viel vorgenommen, wolltest endlich mal die Dinge angehen, die schon lange auf deiner ToDos-Liste stehen, aber am Ende des Tages hast du es nicht aus der Jogginghose geschafft und stattdessen lieber deinen Vorratsschrank geplündert. Dabei warst du gar nicht hungrig!

Du hattest einen echten Durchhänger. Du konntest dich zu nichts motivieren und hast aus Langeweile gegessen. Dieses Phänomen ist jedoch gar nicht selten!

Dabei muss es nicht unbedingt ein unmotivierter Tag sein. Auch ein freier Feierabend oder ein unverplantes Wochenende können schnell das Gefühl der Langeweile auslösen. Konsequenz: Der Gang zum Kühlschrank und das öfter, als nötig. 

Doch warum machen wir das überhaupt? Welche Lösung erhoffen wir uns vom Essen und kann man eigentlich etwas dagegen tun?

Diesen Fragen bin ich auf den Grund gegangen.

 

 

ESSEN AUS LANGEWEILE – IN DIESEN SITUATIONEN GREIFEN WIR ZUM SNACK

Wir haben nicht nur Langeweile in Momenten, in denen wir nichts zu tun haben. Im Gegenteil, es gibt sogar zahlreiche Situationen, in denen wir zwar beschäftigt, aber trotzdem gelangweilt sind, weil uns die Tätigkeiten nicht erfüllen. Daher habe ich einige typische Beispiele gesammelt, die dir vielleicht bekannt vorkommen:

 

Lernphasen

Viele Studenten oder Abiturienten greifen in der Lernphase vor Prüfungen deutlich häufiger zum Snack als notwendig. Das liegt aber nicht immer am Stress oder weil zu wenig zu tun ist. Doch wenn dir das Fach nicht unbedingt zusagt, ist auch deine Motivation gering, dich ausgiebig damit zu beschäftigen. 

Das heißt: Du hast zwar eigentlich jede Menge zu tun, aber keine Lust dazu. Du langweilst dich und greifst daher als Ausgleich zum Essen. 

 

Urlaub

Endlich stehen der langersehnte Urlaub oder die Semesterferien vor der Tür! Anfangs bist du sicher euphorisch, holst viele Dinge nach, die im Alltag sonst zu kurz kommen und freust dich über deine freie Zeit. 

Doch nach und nach wird auch das zur Routine und du fängst automatisch an, aus Langeweile mehr zu essen. Dir fehlt die Erfüllung, jeden Tag eine sinnvolle Aufgabe zu haben.

 

Feierabend

Auch der Feierabend ist oft ein Auslöser des Essens aus Langeweile. Du kommst nach Hause und hast plötzlich keine sinnvolle Aufgabe mehr. Den ganzen Tag wurdest du auf der Arbeit gebraucht, am Abend ist das nicht der Fall.

Da ist der Gang zum Kühlschrank plötzlich sehr verlockend.

 

Auf der Arbeit

Doch nicht jeder Job ist erfüllend. Daher kann es zwar sein, dass dein Schreibtisch vor lauter Aufgaben überquillt, deine Motivation aber sehr gering ist. 

In diesem Fall isst du ebenfalls aus Langeweile und deine Snackschublade ist immer gut gefüllt.

 

WAS IST LANGEWEILE? DAS BOREOUT SYNDROM

Doch wie definieren wir Langeweile überhaupt? Auch ich habe Langeweile sehr lange zu einseitig verstanden. Langeweile war für mich immer nur das Nichtstun. 

Doch Langeweile kann auch” das Falsche tun” bedeuten. Langeweile entsteht daher nicht nur, wenn äußere Reize fehlen, sondern auch wenn man die falschen Reize bekommt, mit denen man sich nicht identifizieren kann.

Nehmen wir als Beispiel die Arbeit. Jeden Tag bekommst du von deinem Chef unterschiedliche Aufgaben. Die äußeren Reize sind also gegeben, du hast auf jeden Fall etwas zu tun. 

Doch mit dem Unternehmen kannst du dich schon länger nicht mehr identifizieren, du stehst nicht hinter der Mission und damit fehlt dir der Ansporn, die Aufgaben erfüllen zu wollen. 

Der Mensch hat schon immer das Bedürfnis, sich mit Aufgaben zu beschäftigen, hinter denen er einen persönlichen Sinn erkennt (und nein, Geld allein – also das Gehalt am Ende des Monats – ist selten der alleinige Treiber dahinter!).

Sehen wir diesen Sinn also nicht oder stehen nicht dahinter, da es das Ziel von jemand anderem ist, das wir nicht unbedingt unterstützen wollen, dann haben wir ein unbefriedigendes Gefühl dabei. Das resultiert in Antriebslosigkeit und wir haben keine Motivation, uns mit unseren vorgegebenen Aufgaben zu beschäftigen. 

In diesem Zusammenhang spricht man ebenfalls von Langeweile oder auch vom Boreout Syndrom. 

Vielleicht kennst du den Begriff des Burnout Syndroms bereits. Das entsteht, wenn man dauerhaft überfordert und dadurch erschöpft ist. Es entsteht ein starkes Gefühl der Unzufriedenheit, das sogar bis zur Depression anwachsen kann. 

Das Boreout Syndrom hat ähnliche Ausprägungen. Jedoch ist der Auslöser das Gefühl der Unterforderung oder der falschen Förderung, wenn man Aufgaben erledigen soll, zu denen man keinen persönlichen Bezug hat. 

Machen wir hingegen etwas Bedeutungsvolles und stehen voll hinter einer Aufgabe, erfahren wir genau das Gegenteil von Langeweile. Wir kommen in einen Flow, sind voll bei der Sache und brauchen auch keine Ablenkung von außen, wie zum Beispiel das Essen.

 

ESSEN AUS LANGEWEILE: ZWEI AUSLÖSEREIZE

Doch was treibt uns konkret an, aus Langeweile zu essen? Warum greifen wir zum Snack, ohne Hunger zu empfinden. Das kann an zwei unterschiedliche Auslösereizen liegen:

 

1. Essen als Beschäftigung

Auch wenn dieser Auslösereiz offensichtlich scheint, ist Essen aus Langeweile, weil man nichts zu tun hat, ein wichtiges Thema. 

Du hast gerade keine Aufgabe vorliegen, keine Verabredung zum Sport oder mit Freunden und gehst stattdessen lieber öfter zum Kühlschrank. 

Diese Beschäftigung ist natürlich auch sehr einfach, da man in der Regel etwas Essbares zu Hause hat, man muss keinen großen Schweinehund überwinden und das Problem ist zumindest für den Moment schnell gelöst durch eine angenehme Tätigkeit. 

 

2. Essen als Flucht vor der Selbstkonfrontation

Du sitzt auf der Arbeit und stellst fest, dass sie dich überhaupt nicht erfüllt. Dein Terminkalender ist voll, aber du erlebst kein befriedigendes Gefühl, wenn du deine ToDos abgearbeitet hast. Du siehst keinen Sinn hinter deinen Aufgaben und kannst dich mit deinem Unternehmen nicht identifizieren.

In diesem Moment konfrontierst du dich mit dir selbst. Du erkennst, dass du deine Arbeit eigentlich nicht mehr machen möchtest. Du lebst an deinem Wunschleben vorbei.

Oder du hast kaum Aufgaben und sitzt deine Zeit nur ab. Auch in dieser Situation hast du ausreichend Möglichkeit, dich mit deinem Leben zu konfrontieren und zu hinterfragen, ob du auch in weiteren Lebensbereichen glücklich bist.

Egal, ob du nun das Falsche oder gar nichts zu tun hast, du beschäftigst dich mit dir selbst. Doch viele Menschen können damit nicht besonders gut umgehen und möchten diese Situation instinktiv lieber vermeiden, da es schmerzhaft sein kann. 

In diesem Moment kommt das Essen ins Spiel. Denn in dem Augenblick, in dem du zum Snack greifst, hast du wieder einen (sinnvollen) äußeren Reiz, der dich von deinen inneren Gefühlen ablenkt. Du musst nicht weiter hinterfragen, ob du mit deinem Leben oder deiner Situation zufrieden bist oder ob es doch an der Zeit wäre, etwas zu ändern. Du lenkst dich mit etwas Leckerem einfach ab und umgehst damit die Konfrontation mit dir selbst.

 

LÖSUNGSSTRATEGIEN GEGEN ESSEN AUS LANGEWEILE

Doch was können wir nun konkret gegen Essen aus Langeweile machen. Dazu habe ich ebenfalls zwei Tipps, die dir hoffentlich dabei helfen können:

 

Suche dir sinnvolle Beschäftigungen

Jeder erlebt Momente, in denen es nichts zu tun gibt. Die Wohnung ist geputzt, der Einkauf erledigt, das tägliche Sportprogramm abgehackt. Was nun?

Ich rate dir daher: Schreibe dir mindestens fünf unterschiedliche Aktivitäten auf, die dir immer Spaß machen. Das sollten natürlich keine Dinge sein, die viel Vorbereitungszeit erfordern oder die du nur unter bestimmten Umständen machen kannst.

Konzentriere dich auf die einfachen Sachen. Ein Buch lesen oder hören, wieder die Malstifte herausholen, nähen oder stricken. Nimm dir Zeit und finde heraus, welche Sachen dir immer Spaß bringen und dich erfüllen. 

Wenn du das nächste Mal merkst, dass dir wieder langweilig ist, dann hole die Liste hervor und entscheide dich für eine Alternative, statt dem Essen aus Langeweile.

 

Nimm die Langeweile an

Sollte die Langeweile jedoch ein Dauerzustand sein, sei es auf der Arbeit oder auch nach Feierabend, dann wird diese Liste wahrscheinlich nicht ausreichen, damit du aufhörst aus Langeweile zu essen.

Daher rate ich: Halte die Langeweile einfach aus! Stell dich der oben beschriebenen Selbstkonfrontation und nutze die Chance, die sich dir dadurch bietet.

Was frustriert dich an deiner aktuellen Situation? Warum fehlt dir der Antrieb, was funktioniert in deinem Leben gerade nicht so, wie du es dir wünschst? Welche Dinge fehlen dir zur endgültigen Erfüllung?

Langeweile kann nämlich letztendlich auch etwas richtig Gutes sein und dir zu wichtigen Erkenntnissen verhelfen. Du musst es jedoch zulassen. 

Ich gebe zu: Das wird am Anfang verdammt schwer für dich! Niemand möchte sich so genau damit auseinandersetzen, was eigentlich nicht stimmt. Doch es lohnt sich in jedem Fall!

Goethe hat einmal gesagt: „Wenn die Affen es dahin bringen könnten, Langeweile zu haben, so könnten sie Menschen werden.“

Und er hat definitiv Recht. Könnten Affen diesen Zustand erreichen, könnten sie aus ihrem Inneren heraus noch viel kreativer werden und sich deutlich weiterentwickeln.

Sei daher auch für die Langeweile dankbar und nutze sie als Chance, dein Leben endlich in die richtige Richtung zu lenken.

 

Langeweile ist nicht unbedingt ein schlechtes Gefühl. Solltest du ab und zu unter einer Phase leiden, in der du nichts zu tun hast, dann kann dir eine Liste mit deinen liebsten Aktivitäten helfen, den Gang zum Kühlschrank zu vermeiden. 

Befindest du dich jedoch in einem Dauerzustand der Langeweile, dann lass sie zu und stelle dich nach und nach der Konfrontation. Du wirst überrascht sein, wie sich dein Leben ändern kann und wie selten der Impuls wird aus Langeweile zu essen.

Wie sieht es bei dir aus? Ist Essen aus Langeweile auch ein Thema für dich? Dann freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren teilst.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*