HILFE! STÄNDIG ESSEN IM KOPF: WESHALB WIR SO HÄUFIG ANS ESSEN DENKEN - bastienne-neumann.de

HILFE! STÄNDIG ESSEN IM KOPF: WESHALB WIR SO HÄUFIG ANS ESSEN DENKEN

Denkst du ständig ans Essen? Viele empfinden die häufigen Gedanken ans Essen als eine Last und fühlen sich in ihrem Alltag dadurch eingeschränkt. Daher möchte ich dir heute erklären, weshalb es ganz normal ist, dass sich die Gedanken häufig ums Essen kreisen. Außerdem gebe dir einen wichtigen Tipp mit auf den Weg, wie du in Zukunft leichter und positiver damit umgehen kannst.

 

STÄNDIG ANS ESSEN DENKEN – EINE BELASTUNG FÜR DEN ALLTAG

Für viele ist es eine bekannte Situation: Du hast gerade erst eine Mahlzeit zu dir genommen, doch deine Gedanken kreisen schon wieder um das Thema Essen – und das, obwohl du gerade doch wirklich keinen Hunger hast!

Viele berichten, dass sie wirklich 24/7 ans Essen denken. Das stellt eine ernstzunehmende Belastung dar. Wenn bereits beim Aufstehen der erste Gedanke dem Essen gilt und die ganze Tagesplanung davon bestimmt wird, wird das häufig als störend wahrgenommen. Beim Einschlafen wird dann nochmal reflektiert, ob der Tag, bezogen auf die Ernährung, positiv verlaufen ist. Oder eben nicht.

Dieses ständige Gedankenkarussell hat zwei schwerwiegende Folgen. Zum einen fühlen sich viele Menschen von den ständigen Gedanken eingesperrt und zum anderen essen einige dadurch erheblich mehr. Sie denken ständig ans Essen und greifen dadurch auch häufiger mal zu.

Da es auch mir lange Zeit so ging, möchte ich der Frage nachgehen, warum wir so häufig ans Essen denken und dir zeigen, wie du dich mit ein wenig Übung von diesen negativen Gedanken befreien kannst. 

Kleiner Spoiler: Du wirst wahrscheinlich auch weiterhin ständig ans Essen denken – jedoch mit einer anderen Bewertung, die vieles erleichtert.

 

 

 

JEDER DENKT STÄNDIG NUR ANS ESSEN

Warum denken wir eigentlich ans Essen, wenn wir gar nicht hungrig sind? 

Vorweg die gute Nachricht: Quasi jeder denkt häufig ans Essen. Oftmals passiert das unbewusst und ist daher nicht unbedingt präsent. Studien zufolge denkt jeder Mensch jedoch über 200 Mal am Tag ans Essen. 

Es gibt allerdings einen ausschlaggebenden Unterschied, warum zwar jeder ständig Essen im Kopf hat, aber nicht jeder sich im gleichen Maße dadurch belastet fühlt. 

Jeder Mensch hat ein anderes Essverhalten. Hast du jedoch eine komplizierte Beziehung zur Nahrung, dann wirst du dich für deine ständig ums Essen kreisenden Gedanken häufiger verurteilen.

Du entwickelst Schuldgefühle, da du schon wieder „nur“ ans Essen denkst, obwohl die letzte Mahlzeit noch gar nicht lange her ist. Du fühlst dich schlecht, dass du scheinbar nicht genügend Disziplin hast, um dich und deine Gedanken besser zu kontrollieren.

Dadurch drängen sich diese Gedanken noch stärker in dein Bewusstsein und du hast das Gefühl, alles in deinem Leben dreht sich nur noch ums Essen.

Menschen mit einer gesunden Beziehung zum Essen hingegen beurteilen das ständige Denken ans Essen nicht. Sie nehmen den Gedanken zwar hin und wieder wahr, doch ist dieser so schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Sie geben ihm keinen Raum, um sich präsent im Bewusstsein zu verankern.

 

DIE EVOLUTION: WARUM ES SINN ERGIBT, DASS DU STÄNDIG ANS ESSEN DENKST

Beurteilt man unser Essverhalten aus Sicht der Evolution, ergibt es durchaus Sinn, dass wir uns andauernd mit der Nahrungsaufnahme beschäftigen.

Für die Wissenschaft war es zunächst lange Zeit ein Rätsel, warum der Mensch so häufig über das Essen nachdenkt, auch wenn physiologisch kein Bedürfnis nach Nahrung besteht.

Wissenschaftler vom Leibniz Institut für molekulare Pharmakologie brachten mit einer Versuchsreihe an Mäusen letztendlich Licht ins Dunkel. 

Sie entdeckten im Hypothalamus, dem Bereich des Gehirns, der unser Essverhalten steuert, einen separaten neuronalen Schaltkreis, der die Nahrungssuche unabhängig von unserem tatsächlichen Hunger steuert.

Bisher war man davon ausgegangen, dass es lediglich einen Signalweg gibt, der unseren Drang nach Essen steuert. Du denkst ans Essen, wenn du hungrig bist, gehst daher auf Nahrungssuche und isst im Anschluss deine Ausbeute.

Nun hatte man jedoch festgestellt, dass es zwei verschiedenen Signalwege gibt. Beide sind zwar im Hypothalamus verankert, werden aber unabhängig voneinander aktiviert. 

Der eine Signalweg ist dafür zuständig, dass du häufig über das Essen und die Suche nach der nächsten Mahlzeit nachdenkst, während der andere nur dann aktiv ist, wenn du tatsächlich Hunger hast.

Was dir heute vielleicht lästig erscheint oder dich sogar belastet, war über Jahrtausende hinweg ein unglaublich kluger Schachzug des Körpers, der das Überleben gesichert hat.

Wenn du heute Hunger hast, dann gehst du in den nächsten Supermarkt oder sogar nur zum Kühlschrank. Der zeitliche Aufwand ist gering. Unter solchen Voraussetzungen würde ein Signalweg im Prinzip ausreichen.

Früher war das jedoch ganz anders. Hatten deine Vorfahren Hunger, mussten sie erst einmal auf Jagd gehen. Nahrung aufzutreiben hat demnach viel Zeit in Anspruch genommen.

Gäbe es die beiden Signalwege also nicht, wären viele unserer Vorfahren wahrscheinlich während der Nahrungssuche verhungert. Denn hätten sie erst beim ersten Anzeichen von Hunger an Nachschub gedacht, wäre es möglicherweise einfach zu spät gewesen. 

Dass du ständig Essen im Kopf hast, sorgt also dafür, dass du dich frühzeitig mit deiner nächsten Mahlzeit auseinandersetzt und diese sicherstellst – unabhängig davon, ob du hungrig bist oder nicht.

 

STÄNDIG ESSEN IM KOPF: DER VERMEHRTE GRIFF ZUM ESSEN

Möglicherweise kommt es dir manchmal so vor, als wären die beiden Signalwege bei dir nicht voneinander getrennt. Du hast den Eindruck, dass du direkt essen musst, wenn du an Nahrung denkst.

Du denkst also nicht nur ständig ans Essen, sondern du greifst auch ständig zum Essen. Manchmal schaffst du es zwar, dir das dauerhafte Essen zu verkneifen und bleibst diszipliniert. Doch es quält dich weiterhin und dein Tag fühlt sich nach einem regelrechten Kampf mit dir selbst an.

Bei vielen Menschen sind diese beiden Mechanismen tatsächlich in gewisser Weise miteinander “verknüpft”. Dies ist jedoch nicht physiologisch bedingt, es handelt sich eher um ein erlerntes Verhaltensmuster.

Jahrelang hast du dich für deine ständigen Gedanken ans Essen verurteilt, hast dich schwach und zum Teil auch schuldig gefühlt.

Dadurch hast du diesem – wie wir nun wissen – natürlichen Gedanken eine immer größere Bedeutung zugesprochen. Vielleicht hast du sogar probiert, dir zu verbieten, wieder ans Essen zu denken. 

Aber wie du sicher schon weißt: Je verbotener Dinge sind, desto eher gewinnen diese unsere Aufmerksamkeit. Sprich je mehr du den Gedanken ans Essen unterdrückst, desto präsenter wird er, bis du tatsächlich zum Essen greifst.

Dadurch hast du unbewusst die beiden Signalwege miteinander verknüpft.

Der alleinige Gedanke ans Essen wird durch die Bewertung so groß gemacht, bis dieser nicht mehr ausgeblendet werden kann und tatsächlich dazu führt, dass du isst.

 

DU DENKT STÄNDIG ANS ESSEN? SO ENTWICKELST DU MEHR LEICHTIGKEIT

Doch wie entkoppelt man die beiden Signalwege wieder voneinander, um nicht ständig Essen zu müssen, wenn man daran denkt?

Mein Tipp: Akzeptiere deine Gedanken ans Essen!

Ich weiß, dass sich das einfacher anhört, als es umzusetzen ist. Auch ich habe mir lange Zeit nicht vorstellen können, dass ich zwar ständig Essen im Kopf habe, aber nicht gleich zum Kühlschrank gehen muss. 

Aber es ist kein Zeichen von Schwäche oder gar fehlender Disziplin, wenn du unmittelbar nach dem Essen an die nächste Mahlzeit denkst. Im Gegenteil, es ist ein sehr schlauer Schachzug deines Körpers.

Daher ist es wichtig, dass du deine Gedanken akzeptierst, ohne diese negativ zu bewerten. 

Bewerte es positiv! Freue dich, dass der Schaltkreis zur „Nahrungssuche“ funktioniert. Spüre dann in dich hinein, ob du wirklich Hunger hast. Sollte das nicht der Fall sein, dann lasse den Gedanken wieder los – ganz ohne Schuldgefühle.

Wie fast alle Veränderungen im Essverhalten wird auch diese Umstellung nicht einfach von heute auf morgen passieren. Nimm dir daher Zeit dafür, akzeptiere ganz bewusst den Gedanken ans Essen und widme dich dann wieder anderen Dingen zu. Mit der Zeit wirst du feststellen, wie du leichter und vor allem positiver damit umgehen kannst.

 

Ich hoffe, ich konnte dir den ein oder anderen Impuls geben, damit du in Zukunft mehr Leichtigkeit in deinen Alltag bringen kannst und dich der Gedanke ans Essen nicht mehr so einschränkt. 

Denkst du auch ständig ans Essen? Wie wirkt sich das auf dein Essverhalten aus und hast du vielleicht weitere Tipps, wie du deine Gedanken ans Essen positiv annehmen kannst? Ich freue mich, wenn du deine Geschichte in den Kommentaren mit uns teilst.

 

 

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